Alles klar, Herr Kommissar!

Erscheinungsdatum: 
07.06.2009

Kommissar Zimmermann ermittelte im Saal der Delmenhorster Villa. Dabei entdeckte er seine Liebe zum Theater und zur Requisiteurin – inmitten des Dramas in der Komödie.

Von Nicole Schaake-Baumann

Die Requisiten haben es in sich. Zumindest in der aktuellen Inszenierung des ProSzenium Theaters. Ebenso giftig wie der Inhalt der Getränkekaraffe, an der sich die Souffleuse bedient, wenig später hat es sie dahingerafft, schienen auch die Gemüter der Darsteller untereinander zu sein.

 Herbert Hahn (l.) und Michael Weimann in 'Kommissar Zimmermann' - Foto KonczakSo tauschte man Eitelkeiten aus, brachte menschliche Abgründe und Allüren zutage, strotzte nur so vor Zynismus und geriet unvermeidlich in einen emotionalen Ausnahmezustand – zum Amüsement der Premieren-Zuschauer im ausverkauften Theatersaal.

Allen voran Herbert Hahn als überzeugter Bühnenstar Egbert Dahlow (Hamlet und Woyzeck), Michael Langner als Theater-Memme Georg Benzel und Jens Fischer in der Rolle des Regisseurs Walter Müller-Nebenburg stellten ihre komödiantischen Talente unter Beweis. Immer wieder zogen sie mit dynamisch-flapsiger Bühnenpräsenz herzliche Lachsalven des Publikums auf sich. Toll besetzt sind auch die Figuren der beiden Erzählerinnen Thalia (Lea Borgaes) und Melpomene (Julia Pohl), die in manchen Momenten allerdings stimmlich zu überschlagen drohten und oftmals schwer verständlich waren.

Für die Prise Liebe inmitten dominierender Selbstverliebtheit sorgten gekonnt Requisiteurin Sophia Terneck (Ines Paetzoldt) und Michael Weimann als Kommissar Markus Zimmermann – in schüchterner Manier des Schneewittchens und ihres holden Prinzen...