Bösen Wunschpunsch serviert

Erscheinungsdatum: 
09.12.2002

Theatergruppe „ProSzenium" zeigt ... ein Märchen von Michael Ende

„Man denkt immer, so ein Märchen, das bringt man ganz einfach auf die Bühne. Aber das ist echt hammerhart, denn Kinder sind die kritischsten Zuschauer“, weiß Ines Stieb. Dennoch hat sie sich mit 14 weiteren Mitstreitern der Theatergruppe „ProSzenium“ vor rund 18 Monaten ans Werk gemacht und mit den Proben zu einem ganz besonderen Märchen begonnen: Michael Endes „satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch“. Am Wochenende feierte die Theatergruppe mit dem Stück in der „Villa“ Premiere.

 

Da es dem Zauberer Beelzebub Irrwitzer in diesem Jahr nicht gelungen ist, sein Soll an bösen Taten zu erfüllen, droht ihm die satanische Gerichtsvollzieherin Maledicta Made mit Pfändung. Seine Tante Tyrannja Vamperl steckt in genau derselben Klemme. Deshalb beschließen die beiden, noch in der Sylvesternacht mit dem uralten Rezept des Wunschpunsches ihrem Problem ein Ende zu bereiten, doch Maurizio di Mauro, Beelzebubs verfressender kleiner Kater und Jakob Krakel, Tyrannjas schlauer Rabe, wollen ihnen den Punsch versalzen.

Auf das spannende Märchenwerk des „Momo“-Autors Michael Ende ist das ProSzenium-Ensemble durch Zufall gestossen. „Eine von uns hat das immer ihren Kindern vorgelesen“, erinnert sich Ines Stieb. „Und dann haben wir uns das mal als Probeheft vom Deutschen Bühnenverlag kommen lassen.“ Schnell waren alle von dem zauberhaften Märchen, das sich mit seiner unterschwelligen Kritik an Geldsucht und Ignoranz gegenüber der Umwelt nicht nur an Kinder richtet, begeistert. Und so begann das Ensemble, das sich im Frühjahr 2001 aus einem Theaterkursus der VHS gegründet hatte, mit den Proben.

„Das war für uns eine sehr aufregende Sache“, erinnert sich Ines Stieb. Vor allem, wo die meisten Miglieder Theaterneulinge sind, im VHS-Kurs mit dem Stück „Tango“ das erste Mal auf der Bühne standen. „Doch immer, wenn wir mal bei den Proben bemekt haben, wir kommen nicht weiter, haben wir uns irgendwo Hilfe geholt“, erzählt Stieb. So haben sich die Hobby-Theatermacher eine Oldenburger „Wunschpunsch“-Inszenierung angeschaut, über den „Niedersächsischem Theaterbund“ mit anderen Gruppen Kontakt aufgenommen und Seminare besucht. Vom „Niederdeutschen Theater Delmenhorst“ wurde „ProSzenium“ schliesslich bei der Requisite unter die Arme gegriffen und eine Standuhr geliehen. „Der Wunschpunsch ist in der langen Zeit so richtig unser Baby geworden“, berichtet Stieb und erzählt voller Stolz von den Spezialeffekten, die im Stück für Stimmung sorgen sollen.

Mit der 13-jährigen Tania Buchberger und dem 18-jährigen Rune Jürgensen als Kater Maurizio di Mauro und Rabe Jakob stehen zwei ganz junge Darsteller in den Hauptrollen auf der Bühne. Neben den beiden sind Heinz-Günther Harms als der Heilige Sylvester, Michael Weimann als Irrwitzer, Sabine Leppert als Gerichtsvollzieherin und Petra Wahed-Harms als Tyrannja zu sehen. Regie führte Ina Beckmann, die schon über langjährige Theatererfahrung verfügt....