Proben für "Figaros Hochzeit"

Erscheinungsdatum: 
08.12.2009

Im Theaterverein "ProSzenium" können Interessenten Bühnenluft schnuppern

Aktuell benötigt das Team eine Souffleuse, nachdem Angelika Funke auf die Bühne gewechselt ist.

von Katrin Seidelmayer
 

Mit Schwung öffnet der Diener die Tür zum Gemach der Gräfin, doch noch bevor der Graf wutschnaubend den vermeintlichen Liebhaber seiner Gattin antreffen kann, springt der Page Cherubino aus dem Fenster und entkommt. Was wird der Graf jetzt tun? Gespannt erwarte ich die nächste Szene, als Petra Wahed-Harms laut "Bis hierhin, dankeschön" ruft. "An dieser Stelle ist der Diener zu forsch, dafür kann Cherubino aber seinen Sprung noch theatralischer vortragen", so die Kritik der Spielleiterin. Und dann noch mal alles von vorne.

So geht es den ganzen Abend bei der wöchentlichen Probe des Theatervereins "ProSzenium". Unter der Leitung von Wahed-Harms, erste Vorsitzende des 2001 gegründeten Vereins, üben zehn Hobbyschauspieler "Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit" von Peter Turrini. Im Juni 2010 wollen sie das Theaterstück acht Mal aufführen. Bis dahin müssen sie noch seitenweise Text auswendig lernen, viele der Laiendarsteller haben darin allerdings schon Routine. Aber auch Anfänger sind bei "ProSzenium" willkommen. "Theatererfahrung ist schön, aber nicht notwendig", so die Vorsitzende.

Um auf der Bühne mit lauter Stimme und vollen Körpereinsatz zu überzeugen, müssen sich die Darsteller zuerst aufwärmen. Dafür stellen wir uns alle in einen Kreis und beginnen mit Lockerungsübungen: wir seufzen, machen mit unserer Stimme eine Achterbahnfahrt und imitieren mit den Lippen eine Lokomotive. Durch ein Wurfspiel mit vielen kleinen Bällen steigern wir unsere Koordination und Konzentrationsfähigkeit. "Außerdem stellen wir uns so aufeinander ein und kommen in Spiellaune", sagt Wahed-Harms.

Bei der folgenden Probe darf ich der Spielleiterin über die Schulter schauen und habe Einblick in ihr Manuskript. Dort hinein notiert sich Wahed-Harms allerlei Anmerkungen und schreibt auf, wo "noch etwas verfeinert werden muss". Auch wenn alle Rollen schon besetzt sind, gibt es immer etwas im Verein zu tun, sagt die Spielleiterin. Schließlich müsse sich ja auch jemand um das Bühnenbild, die Kostüme und die Maske kümmern. "Außerdem brauchen wir dringend eine Souffleuse." Diese Aufgabe hat bis vor kurzem Angelika Funke übernommen, ihr gefiel das Theaterspielen aber so gut, dass sie nun nicht mehr vor, sondern auf der Bühne steht – in der Rolle des Dieners.