Skurrile Komödie kommt beim Publikum gut an

Erscheinungsdatum: 
20.06.2011

ProSzenium feierte mit "Hase Hase" Premiere im Kleinen Haus / Eine Überraschung jagt die nächste

Von Elke Lutzebäck
 

Eine Überraschung jagte die nächste, langweilig wurde es nicht. Was passiert wohl als nächstes, fragte sich so mancher Gast: Premiere gefeiert hat am Sonnabendabend der Theaterverein ProSzenium im Kleinen Haus - erfolgreich, wie sich herausstellte. Die Truppe brachte die skurril-witzige Komödie "Hase Hase" von Coline Serreau auf die Bühne. Regie führte Petra Wahed-Harms. Rund 350 Besucher amüsierten sich köstlich über die in den 1980er Jahren spielende, höchst unterhaltsam dargebotene Geschichte und spendeten am Ende unüberhörbar zustimmenden Beifall.
 

Im Mittelpunkt steht Familie Hase, die eine winzige Wohnung am Stadtrand von Paris bewohnt. Mama Hase (Ines Paetzoldt) ist die gute Seele und die Familie ihr ganzer Stolz. Nesthäkchen Hase (Julia Pohl) besucht das Gymnasium, der älteste Sohn Bébert (Michael Langner) studiert Medizin und der mittlere, Jeannot (Tom Schmidt), arbeitet als Dolmetscher in Brüssel. Die beiden Töchter führen längst ihr eigenes Leben. Marie (Susanne Lürßen) betreibt mit ihrem Gatten ein Café und Lucie (Marieke Borgaes) will bald heiraten.

Alles scheint in bester Ordnung. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Papa Hase (Michael Weimann) wird arbeitslos, Hase fliegt von der Schule, Bébert entpuppt sich als illegaler Waffenhändler, und Jeannot schmuggelt nicht nur falsche Pässe, sondern auch Bomben. Lucie lässt ihren vermeintlich Zukünftigen Gérard (Jens Fischer) vor dem Traualtar stehen, und Marie trennt sich von ihrem Mann, weil der sie gebeten hatte, den Salzstreuer herüberzureichen. Hätte er nach einem Pfefferstreuer verlangt, wäre es vielleicht gar nicht zu einem Beziehungs-Aus gekommen, vertraut Marie ihrer völlig verdatterten Mutter an.

Letztere gewährt sämtlichen "Heimkehrern" in der kleinen Wohnung Asyl. Sogar Ex-Freund Gérard und die alte, schwerhörige Nachbarin Madame Duperri (Monika Roth), die sich bei Mutter Hase über ihre Einsamkeit beklagt, finden bei Familie Hase ein Dach über dem Kopf. Das jedoch ist noch längst nicht alles: Bei Nesthäkchen Hase handelt es sich nämlich um einen Außerirdischen mit der durchaus irdischen Erkenntnis: "Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, man weiß nie, was man bekommt." Dass Hase kein Kind dieser Welt ist, war Familie Hase bisher entgangen. Hases Auftrag lautet, zu prüfen, ob die Menschheit es wert ist, gerettet zu werden. Dann erhält er plötzlich den Auftrag von oben, den Planeten zu verlassen. Er verschwindet spurlos - seine Familie ist untröstlich. Als eines Nachts auch noch ein Putsch das Land erschüttert, wird Bébert verhaftet. Familie Hase entwickelt einen kühnen Plan, um ihn zu retten.

Das turbulente, mit witzigen Dialogen und Monologen gewürzte Stück in zwei Akten erheiterte immer wieder das Publikum. Der dramaturgisch inszenierte Wahnsinn steigerte sich von Spielszene zu Spielszene und gipfelte im Befreiungskampf von Bébert, an dem übrigens auch Hase nicht unbeteiligt war.