"Was gibt es Schöneres als Kinder mit Spaß"

Erscheinungsdatum: 
21.06.2011

"ProSzenium" zeigt Theater "Hase Hase"

Delmenhorst (jeh).

Ein Tisch, einige Matratzen, eine Kommode, wenige Stühle - viel mehr braucht es nicht, um eine lustige und unterhaltsame Komödie zu zeigen. 360 Zuschauer waren am Samstagabend im Kleinen Haus Zeuge der ,,ProSzenium"-Aufführung ,,Hase Hase" - einem Zweiakter zwischen Alltag und einer neuen Weltordnung, Realität und Science Fiction. Vater und Mutter Hase, Hase Hase und Bébert erleben nicht ganz gewöhnliche Szenen - Foto A.Nistler

Die Mutter Hase (Ines Paetzoldt) steht dabei im Mittelpunkt der Familie. Um sie dreht sich der - zumindest zu Beginn - normale, hektische Alltag. Sie ist stolz auf ihre Kinder, die doch, so scheint es zumindest, alle sehr erfolgreich sind. Der jüngste Sohn Hase (Julia Pohl) geht aufs Gymnasium, der älteste Sohn Bébert (Michael Langner) studiert Medizin, Marie (Susanne Lürßen) betreibt mit ihrem Mann ein Café, Jeannot (Tom Schmidt) arbeitet als Dolmetscher in Brüssel und Lucie (Marieke Borgaes) steht kurz vor der Hochzeit.

Alles ändert sich, als eines Tages Jeannot in die Eineinhalbzimmer-Wohnung gerannt kommt, von der Polizei verfolgt und sich die Familie plötzlich mit ausgebreiteten Armen, die Polizei mit Gewehren hinter ihr, mit dem Gesicht zur Wand befindet. Der Grund: Jeannot schmuggelt falsche Pässe und Bomben. Doch es soll noch schlimmer kommen. Der Vater wird arbeitslos, Bébert entpuppt sich als illegaler Waffenhändler, die Töchter verlassen - teils vor dem Traualtar - ihre Männer und Hase ist ein Außerirdischer. Verzweifelt fragt die Mutter dann auch: "Was habe ich dem lieben Gott getan, solche Kinder zu bekommen?" Die Kinder, die eins nach dem anderen wieder in die kleine Wohnung ziehen, positionieren ihre Schlafmatratzen mitten im Raum - zu ihnen gesellen sich noch die schwerhörige Nachbarin Madame Duparri und der Ex-Mann von Lucie.

Während die Mutter die starke Person in der Handlung ist, die alles organisiert und sich für alles verantwortlich zeigt, wird der Vater häufig nicht wahrgenommen - zumindest zu Beginn. ,,Papa, bist du da? Ich hab dich gar nicht gesehen", sagt sodann auch seine Frau, während dieser mitten im Raum sitzt. Lieber überlässt er die Verantwortung seiner Frau. ,,Papa, tu doch was", fleht sie ihn an, als die Situation zu eskalieren scheint. ,,Mir ist nicht gut", erwidert er hingegen und verlässt den Raum.

Durch die gut gespielte Geschichte ziehen sich einerseits die teils sehr lustigen Monologe, in denen die Charaktere ihre Gefühle dem Publikum mitteilen konnten, und andererseits die Türklingel. Die Klingel, die das drohende Unheil ankündigt. Sei es den Gerichtsvollzieher oder eine neue Person, die nun auch in die Wohnung ziehen möchte. Zum Schluss wendet sich aber doch noch alles zum Guten. ,,Was gibt es Schöneres als Kinder, die Spaß am Leben haben", meint Vater Hase dann auch.