Gelungene Premiere mit Jesus

Erscheinungsdatum: 
10.06.2012

Delmenhorst. Von Nicole Schaake-Baumann

"Herr, ich möchte dich daran erinnern, dass ich Priester geworden bin und nicht Märtyrer", sagt Don Camillo zu Jesus. Dass dies nahe beieinander liegt, erfahren Besucher der aktuellen "ProSzenium"- Produktion.

Eine grandiose Premiere feierten am Freitag die Akteure des Delmenhorster "ProSzenium"- Theaters. Im ausverkauften Saal der Villa präsentierten sie die mit Slapstick gelandene Komödie "Don Camillo und Peppone".

Ganz fantastisch gelang dem Ensemble, insbesondere Herbert Hahn als Priester Camillo und Michael Weimann als kommunsistischer Bürgermeister, die Darstellung ihrer Figuren. Meisterlich setzten die Protagonisten zudem die Zwiegespräche mit "dem Herrn" (Lutz Echtermann) um. Für ihren Jesus hatten die Theatermacher extra einen transparenten Balletanzug von einem Bodypainter bemalen lassen. Und so bewachte der ausgemergelte Jesus am Kreuze "hängend" von der Empore aus das Bühnengeschehen. Das gestaltete sich bekanntermaßen als zänkisch und handfest - was Don Camillo udn Peppone wiederholt zum Ausdruck brachten.

Hervorragend gelang dem Ensemble auch die Besetzung zahlreicher starker Nebenrollen. So sorgten Miguel Lufmann als trotteliger Smilzo, Susanne Lürßen in der Rolle Arianas, der nervlich angespannten Gattin Pappeones, sowie auch Monika Roth in der Rolle der Signora Christina auch für heitere Moment.

Trotz der amüsanten und komischen Einlagen, ist "Don Camillo und Peppone" kein platter "Schenkelklopfer". Im Gegenteil. Politische, melancholische und herzhafte Szenen lassen den Zuschauer einen gelungenen Theaterabend verbringen - der (allerdings nicht anlässlich der Europameisterschaft) mit einem spannenden Fußballspiel zwischen den abgehalfterten, kettenrauchenden Genossen und durchtrainierten katholischen Messienern sowie einem glücklichen Ende für alle Parteien abschließt.